Kommentare zu den Gebestmeinungen September 2026
Wir beten im Monat September um „eine gerechte und nachhaltige Verwaltung des Wassers, einer überlebenswichtigen Ressource, so dass alle in gleicher Weise Zugang dazu haben.“
Auch der Frühling 2026 war im Vergleich zu vergangenen Jahren viel zu trocken. Landwirte bangten um das Wachstum ihrer Aussaat, um die erhoffte Obst- und Gemüseernte. Der Regen fiel selten und viel zu wenig. Schmelzwasser aus den Gebirgen konnte nicht viel an Feuchtigkeit wettmachen. Die Wasserstände der Flüsse und Seen blieben beunruhigend niedrig. Und Gemeinden forderten die Bevölkerung bereits zum Wassersparen auf. Die Klimaforschung prognostiziert für die Zukunft generell selteneren, dafür heftigeren Regen. Diese Beobachtungen verheißen für die lebensnotwendige Ressource Wasser in den kommenden Jahrzehnten in allen Teilen der Erde nichts Gutes. Umweltorganisationen zählen in Österreich den Ski- und Wellness-Tourismus und die Industrie zu den größten Verbrauchern an Trinkwasser. Aber auch in Privathaushalten verbraucht jede Person im Durchschnitt 185 Liter am Tag (Bad, WC, Küche, Wäsche etc.). Je weniger Regen fällt, desto mehr Trinkwasser braucht es auch, um die „Oase Kleingarten“ in Schuss zu halten.
Gerade im privaten Bereich kann jede und jeder von uns mit Verstand und Umsicht mit der Ressource Wasser haushalten. Muss das begehrte Vollbad oder die ausgiebige Dusche wirklich sein? Möchte ich die Topfpflanzen im Haus wirklich täglich gießen? Nutze ich die Waschmaschine ausreichend wassersparend? Wie oft muss ich Dampfstrahler oder Rasensprenger im Garten tatsächlich einsetzen? Wie viel Trinkwasser rinnt ungenützt durch den Abfluss? Habe ich Spendengeld über, um ein Brunnenbau-Projekt in ärmeren Ländern zu unterstützen? Das Element Wasser ist so unverzichtbar für das Leben auf dem Planeten Erde, dass in diesen Zeiten schon die kleine Geste der Nachhaltigkeit zum Gebet für die gerechte Verteilung dieser Ressource wird und zum Bittgang für den notwendigen Regen?
Die Umwelt-Enzyklika Laudato si (2015) von Papst Franziskus verknüpft die Wasserfrage mit der Armutsfrage. Schon vor zehn Jahren wird zunehmende Wasserknappheit in Teilen der Erde konstatiert. In Großstädten ärmerer Länder wäre eine faire Steuerung des sicheren Trinkwassers oft nicht gegeben. Verunreinigtes Wasser sei eine tödliche Gefahr gerade für sozial Schwächere und erhöhe die Kindersterblichkeit. Darum insistiert die Enzyklika auf Verfügbarkeit sauberen Wassers für alle, wenn es heißt: „In Wirklichkeit ist der Zugang zu sicherem Trinkwasser ein grundlegendes, fundamentales und allgemeines Menschenrecht, weil es für das Überleben der Menschen ausschlaggebend und daher die Bedingung für die Ausübung der anderen Menschenrechte“*
(* Papst Franziskus, Laudato si, Die Umwelt-Enzyklika des Papstes, Herder 2015, Artikel 30).
Danken wir also Gott in dieser Gebetsmeinung für alle Propheten und Prophetinnen in Sachen Klimaschutz. Danken wir für alle, die sich täglich darum mühen, dass neue Ressourcen an Trinkwasser erschlossen und zugänglich gemacht werden. Danken wir für alle, die in trockenen Gebieten der Welt Brunnen und Wasserspeicher bauen und nachhaltige Techniken erproben! Möge die Fürbitte aber auch den Durst nach dem lebendigen Wasser stärken, damit wir Jesus als die Quelle unseres Lebens erkennen!
Mit dem Gebetsapostolat der katholischen Blindenarbeit beten wir im September um Teilhabe und Inklusion: „Wir beten um Teilhabe sehbehinderter und blinder Menschen in der Kirche vor Ort und in der Gesellschaft“. Das Umdenken von separierter Pastoral zur aktiven Partizipation hat zum Glück schon begonnen. Aber es gilt noch sehr viel zu tun, um „blinde Flecken“ bei den „Sehenden“ und Strukturgebenden aufzuzeigen, um Begabung, Potenzial zur Mitgestaltung, Leistungsbereitschaft und andere Ressourcen blinder Menschen in das öffentliche Leben zu integrieren. Bitten wir Gott, dass all diese Unentschlossenheit, die heute noch manches blockiert, morgen in Weitsicht und Entwicklung verwandelt werden kann.
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